15. Oktober 2011 - 14:19
Silberdrache

Demonrift TD - Testbericht

Ein Spiel, das darauf setzt, dass man die Wege der Gegner mit eigenen Einheiten blockiert und das zusätzlich einen rundenbasierten Strategie-Teil enthält, der als Upgrade-System nutzbar ist.

Story
Das Königreich Emaeron macht seine dunkelste Stunde durch. Horden an Dämonen fallen über das Land her und König Imkael ist bei der Verteidigung des Landes gefallen. Es gibt keinen Thronerben. Oder doch?

Der Spieler übernimmt die Rolle von Baroness Milena, die die letzten verbleibenden Truppen des Reiches versucht zusammenzuhalten um der Bedrohung Herr zu werden. Dabei erfährt sie nach und nach, dass ein mächtiger Erzdämon, der vor Jahrhunderten im Demonrift, einem Spalt zwischen den Welten, versiegelt wurde, dabei ist, sich zu befreien. Das darf natürlich nicht passieren.

Gameplay
Das Spiel scheint nach Kingdom Rush ein weiterer Schritt in Richtung eines neuen TD-Untergenres zu sein. Es hat fest vorgegebene Pfade und Bauplätze, allerdings baut man keine Türme, die einfach auf vorbeilaufende Gegner schießen, sondern Militärgebäude, die Einheiten produzieren, die dann ihrerseits auf die Gegner schießen (als Fernkämpfer) oder sich den Gegnern direkt in den Weg stellen (als Nahkämpfer). Fähigkeiten, die den Gegner kurzzeitig verlangsamen, haben sich damit, zumindest in diesem Spiel, erübrigt.

Der Spieler hat am Anfang nur die Auswahl zwischen Bogenschützen und Schwertkämpfern, später kann er zwei weitere Einheiten, berittene Kämpfer und langsame, aber mächtige Golems, freischalten. Dabei gibt es dann für jede Einheiten-Sorte vier bis sechs dauerhafte Upgrades, die zwischen den Kämpfen gekauft werden können, sowie die Möglichkeit, jedes einzelne Gebäude im eigentlichen Spiel bis zur dritten Stufe ausbauen zu können, so dass die Gebäude mehr Einheiten beherbergen können.

Außerdem hat das Spiel zwischen den einzelnen Kämpfen einen rundenbasierten Strategie-Teil. Pro Runde hat der Spieler zwei Aktionen zur Verfügung mit denen er entweder einen Kampf absolvieren kann um ein neues Gebiet zu erobern oder Rohstoffe zu erhalten oder aber ein Gebäude bauen kann, das dann dauerhafte Vorteile bringt wie zum Beispiel mehr Taktikpunkte am Beginn jedes Kampfes oder einen besseren Schutz für ein erobertes Gebiet.

Ressourcen-Management
Im Kampf gibt es nur eine einzige Ressource: Taktikpunkte. Mit ihnen werden Gebäude gekauft und aufgewertet. Taktikpunkte füllen sich von alleine mit der Zeit, aber auch getötete Gegner geben ein paar.

Außerhalb der Kämpfe, auf der Weltkarte, gibt es drei verschiedene Rohstoffe, die benötigt werden um Einheiten freizuschalten oder zu verbessern oder aber auch die eroberten Gebiete mit Gebäuden für dauerhafte Boni zu bebauen.

Diese Rohstoffe (Geld, Eisen und Kristall) bekommt man für das Bestehen von Kämpfen oder auch am Ende jeder Runde von eroberten Gebieten. Verlieren kann man diese Rohstoffe aber auch wieder. Nach jeder eigenen Runde können die Dämonen ein beliebiges erobertes Gebiet überfallen. Grenznähe ist ihnen dabei völlig egal. Wenn ein Gebiet angegriffen wird, hat man leider nur die Einflussmöglichkeit, Rohstoffe für die Verteidigung des Gebiets zu spenden. So oder so kann man dann nur noch hoffen, dass man genug Festungen gebaut hat, um die Feinde in die Flucht zu schlagen, ansonsten machen diese sich nämlich mit teilweise empfindlichen Mengen von Rohstoffen aus dem Staub. Die Gebiete und eventuell dort errichtete Gebäude darf man allerdings behalten.

Fazit
Die Story ist in schönen Zwischensequenzen erzählt, wirkt allerdings stellenweise etwas wirr und abgerissen. Das Spielkonzept an sich ist interessant, aber selbst nach ein paar Updates stellt sich irgendwie noch keine richtige Herausforderung ein. Nach wie vor können die Golems, sobald man sie und ein paar Upgrades hat, alle nicht-fliegenden Einheiten aufhalten (bis auf Bosse) und der Rest ist nur eine Frage, wie viele Bogenschützen man sich leisten kann. Der rundenbasierte Strategie-Teil ist interessant, da man aber keine Möglichkeit hat, bei Monster-Angriffen einzugreifen (und das in eienr ‚Tower Defense‘) lässt das aber auch schnell mau werden.

Alles in allem: Der Entwickler hat hier viele schöne Ideen gehabt, aber leider nicht zu Ende gedacht. Schade, denn so ist das Spiel meiner Meinung nach nur mittelmäßig geworden. Ich warte allerdings gespannt auf einen zweiten Teil, denn die Sache an sich hat Potential.

Für die Kongregate-Spieler: Demonrift TD hat auf Kongregate mal wieder die üblichen drei Badges: easy, medium und hard, und damit wieder 50 mögliche Kongregate-Punkte.