15. Oktober 2011 - 13:32
Silberdrache

Glissaria - Testbericht

Ein hektisches kleines TD mit Match 5- und RPG-Elementen.

Die Story
In diesem Spiel spielt der Spieler Prinz Trey von Glissaria, einem Königreich, das aus ungeklärten Gründen von Monstern bedroht wird. Während die Hauptstreitmacht des Königreichs unter einem der besten Generäle die Monster in Zaum hält, die das Reich von Osten her bedrohen, ist es einem Teil der Monster offenbar gelungen, diese Befestigungen zu umgehen und das Reich von Norden her anzugreifen. Aus Mangel an anderen Alternativen schickt König Varon seinen Sohn Trey nun in diese Gebiete, um mit wenigen verbleibenden Ressourcen die Invasion zu stoppen.

Das Gameplay
Das Spiel hat im Wesentlichen zwei Spielmodi: Den Story-Modus und den Survival-Modus. Während man im Survival-Modus immer von Null auf neu anfängt und einfach versuchen muss, so lange wie möglich zu überleben, kann man im Story-Modus auf Fortschritte des Prinzen aus vorherigen Karten zurückgreifen.

Das Spiel hat insgesamt acht Karten, die jeweils in den beiden Spielmodi verfügbar sind. Im Story-Modus kann man zudem bei jeder Karte zwischen drei Schwierigkeitsgraden auswählen.

Zu seiner Verfügung hat der Spieler 5 verschiedene Sorten von Türmen; im Prinzip ein Standard-Sortiment: Einen Allrounder, einen Schnellfeuer-Turm, einen Turm, der einen hohen Grund-Schaden hat, einen Turm mit enormer Reichweite und einen Turm, der mehrere Ziele gleichzeitig angreift.

Zusätzlich kann jeder der Türme durch bis zu zwei Edelsteine erweitert werden, die man im Verlauf des Spiels einsammeln kann. Diese Edelsteine fügen den Türmen Boni hinzu wie höheren Grund-Schaden, Verlangsamung oder Schwächung getroffener Gegner oder erhöhte Angriffsgeschwindigkeit. Außerdem besitzt jeder Turm drei Ausbaustufen, die den Schaden des Turms wesentlich erhöhen.

Zudem werden die Türme unterstützt von Prinz Trey selbst, der über das Schlachtfeld läuft und mit seinem Schwert auf Monster einschlägt. Der Prinz sammelt durch das Töten von Monstern Erfahrungspunkte und kann mit Ausrüstungsgegenständen aufgewertet werden. Allerdings kann der Spieler den Prinzen nicht direkt steuern, er greift immer nach Gutdünken an und hat eine relativ niedrige Angriffsgeschwindigkeit, dafür einen hohen Schaden. Der Prinz ist aber auch nicht unverwundbar und wenn die Monster ihn niederstrecken erscheint er nach kurzer Zeit wieder am Schloss.

Das Ressourcen-Management
War das alles bisher noch nichts sonderlich Ungewöhnliches für ein TD-Spiel, kommen wir jetzt zum Punkt Ressourcen. In Glissaria gibt es vier verschiedene davon. Holz, Eisen, Adamantit und Mithril. Alle Türme werden zunächst mit Holz gebaut und dann mit Eisen auf Stufe 2, mit Adamantit auf Stufe 3 und letztendlich mit Mithril auf Stufe 4 ausgebaut.

Anders als in den meisten TD-Spielen werden die Rohstoffe aber nicht von besiegten Monstern fallengelassen, oder werden von alleine über die Zeit gesammelt, sondern müssen vom Spieler selbst gesammelt werden. Dazu hat der Spieler auf der linken Hälfte seines Bildschirms ein 8x8-Feld mit verschiedenen Ressourcen-Symbolen. Durch verschieben einzelner Zeilen oder Spalten muss der Spieler hier jeweils mindestens fünf gleiche Symbole in eine Reihe bringen, um die Rohstoffe zu bekommen. Zusätzlich zu den vier Grundrohstoffen gibt es auch Edelsteine für die Türme, Ausrüstung und Bonus-Erfahrung für den Prinzen auf die gleiche Art zu sammeln.

Die ‚Arbeiter‘ des Prinzen bewegen sich dabei mit der Zeit durch vier verschiedene Umgebungen, in denen die verschiedenen Rohstoffe jeweils mit unterschiedlicher Häufigkeit vorkommen. Am Anfang kommt man also noch gar nicht an die selteneren Rohstoffe Adamantit und Mithril, sondern erst, wenn sie die Arbeiter tiefer unter die Erde bewegen.

Fazit
Alles in allem vereinigt Glissaria durchaus interessante Konzepte miteinander. Allerdings könnte an der Umsetzung durchaus noch einiges gefeilt werden. Man kann das Spiel zwar pausieren, um in Ruhe strategisch Türme verteilen und mit Edelsteinen ausstatten zu können oder um die Ausstattung von Prinz Trey anzupassen. Allerdings kann man in dieser Zeit keine Rohstoffe sammeln. Der Rohstoff-Bildschirm wird sogar verdeckt, dass man in der Pause nicht mal über eine besonders gewinnbringende Umordnung nachdenken kann. Der Spieler muss also die Rohstoffe im laufenden Spiel sammeln, wodurch sein Blick fast die ganze Zeit nur auf die linke Bildschirm-Hälfte fokussiert ist und er von der eigentlichen Tower Defense nicht mehr viel mitbekommt. Für eingeschworene Fans des Genres ist das natürlich ein dicker Malus. Vor allem auch, da es so schwerfällt, eventuelle Schwachstellen in der Verteidigung zu erkennen, denn solange man beobachtet, welche Monster wo wieviel Schaden bekommen oder eben nicht, bekommt man ja keine neuen Rohstoffe und kann deshalb eventuell entdeckte Lücken auch nicht gleich schließen.

Auch, dass der Story-Modus schön eingeleitet wird, aber nach dem letzten Level nicht mal ein Abschluss-Bildschirm kommt, ist etwas enttäuschend.

Nebenbei finde ich, dass dem Spiel der strategische Tiefgang fehlt. Mit Masse statt Klasse bei den Türmen ist man eigentlich meistens ganz gut bedient. Wo man welche Türme hinsetzt, scheint am Ende eher nebensächlich zu sein. Nebenbei kann man im Story-Modus Prinz Trey durch häufiges Wiederholen der Level ziemlich schnell so hoch grinden, dass die Türme ohnehin nicht mehr viel Arbeit zu erledigen haben. Einzig der Survival-Modus bietet eine angemessene Herausforderung, hat aber den üblichen Nachteil jedes Survival-Spieles, dass er dem Spieler die Genugtuung eines Sieges nicht verschafft.

Persönlich würde ich Glissaria also in erster Linie Spielern empfehlen, die sich in normalen TDs nicht ausreichend beschäftigt finden. Leuten, die ausgefeilte Strategien entwickeln und dann ihren Türmen bei der Arbeit zuschauen wollen, ist von Glissaria dagegen abzuraten.

Für die Kongregatianer unter euch sei noch erwähnt, dass Glissaria auf Kongregate jeweils einen easy, einen medium und einen hard- Badge hat, wobei ich diesen hard eher zu der einfachsten Sorte zählen würde.