21. Oktober 2011 - 13:53
Silberdrache

Pirate Defense - Testbericht

Ein sehr kreatives kleines Tower-Defense-Spiel, bei dem die Türme selbst eigentlich nur Nebensache sind. Viel wichtiger sind die Fallen. Von denen gibt es reichlich und das lässt ein gewisses ‚Kevin allein zu Haus‘-Feeling aufkommen. Bzw. ‚Dschungel der 1000 Gefahren‘, von dem sich der Entwickler nach eigenen Angaben zu diesem Spiel inspiriert fühlte.

Das Gameplay
Nun, wie bereits erwähnt spielen die Türme, die es in diesem Spiel auch gibt, eine untergeordnete Roe und werden meist eigentlich nur als Lückenfüller für zusätzlichen Schaden verwendet. Viel wichtiger sind die Fallen, Fallen-Auslöser und Köder.

Dieses Spiel hat eine offene Karte, so dass der Spieler die angreifenden Piraten mit Fallen, Türmen und anderen Gegenständen auf einen möglichst langen Pfad zwingen muss. Dabei gibt es Fallen, über die die Piraten laufen können (natürlich nicht, ohne dabei Schaden zu nehmen) und solche Fallen, die den Weg dauerhaft blockieren. Auf diese Weise kann man die Piraten zum Beispiel dazu zwingen, über glühende Kohlen oder durch Bienenstöcke zu laufen.

Wichtig ist aber auch, dass die Fallen jeweils im richtigen Moment gezündet werden. Eine Kiste Sprengstoff bringt schließlich nicht viel, wenn die Piraten unbeschadet an ihr vorbei laufen können. Der Spieler muss also Fallenauslöser platzieren oder auch Köder, die dann so mit den umliegenden Fallen verbunden werden müssen, dass der Pirat, der den Auslöser oder den Köder berührt, möglichst viel Schaden dabei nimmt.

Es gibt natürlich auch verschiedene Sorten von Piraten. Neben normalen, schnellen, langsamen aber zähen Piraten und Piraten-Kapitänen gibt es auch Piraten, die auf besondere Köder besonders gut hereinfallen. Lüsterne Piraten stürmen zum Beispiel hirnlos auf jede Frauen-Puppe zu, die sie sehen und gierige Piraten auf jede ‚Schatzkiste‘. Leider haben diese ‚speziellen‘ Köder aber keinen Einfluss auf die anderen Piraten-Sorten, meistens ist man deshalb am besten beraten, nur ‚allgemeine‘ Köder zu verwenden.

Spielkonzept
Mit einem Tutorial, drei verschieden schwierigen Karten und drei speziellen Herausforderungs-Levels sowie zwei ‚Spaß-Modi‘, die sich allerdings nur auf Armorgames.com, der Seite des Hauptsponsors, spielen lassen, hat das Spiel an sich auf den ersten Blick recht wenig Inhalt zu bieten.

Allerdings geht es hierbei nicht darum, einfach nur jede Karte zu schaffen. Das Spiel ist eindeutig auf Highscore-Jäger ausgerichtet, denn es vergibt Punkte für die Leistung des Spielers. Und zwar nicht einfach für jeden Piraten, den man sich vom Hals schafft, eine bestimmte Punktzahl, sondern man bekommt Bonus-Multiplikatoren für besonders perfide Fallen-Combos.

Auf diese Art hat das Spiel einen hohen Wiederspiel-Wert. Schließlich könnte es ja sein, dass man vielleicht mehr Punkte bekommt, wenn man die Piraten doch nicht am Anfang in eine Fallgrube schubst, sondern sie vielleicht eher unter ein paar rollenden Baumstämmen begräbt und sie anschließend in einen See mit Piranhas wirft?

Nur ein paar Kleinigkeiten stören. Unter anderem eben, dass die Türme etwas kurz kommen als reine Lückenfüller. Oder dass es ein paar Dinge zu bauen gibt, die einfach überhaupt keinen Sinn ergeben. Wie zum Beispiel die Kisten-Barriere, die für 30 Gold nichts weiter macht, als ein einzelnes Feld zu blockieren, wo man doch für 30 Gold schon Fallen bekommt, die sowohl Schaden machen, als auch 2x2 Felder blockieren.

Fazit
Auf jeden Fall mal was ganz anderes. Kreativ und lustig und mit hohem Wiederspiel-Wert.

Hat man ein Level dann geschafft, kann man das mit einer speziellen kleinen Belohnung ‚feiern‘. Eigentlich nur ein kleiner Gag am Rande, aber es verleiht dem Spiel etwas ‚kultiges‘. Was ich meine? Findet es doch selbst heraus.

Ach ja: Auf Kongregate hat das Spiel einen easy, einen medium und zwei hard Badges und damit weitere 80 Punkte.